Allgegorie der Macht - Salò oder die 120 Tage von Sodom

Geschrieben am 22. 02. 2018

Theater in der Roten Flora in Hamburg

Eine szenische Reflexion zu Pier Paolo Pasolinis »Salò oder die 120 Tage von Sodom«

Mit den Schauspielerinnen Catrin Striebeck und Ute Hannig

Text von der Autorengruppe: Gabriella Angheleddu, Karl-Heinz Dellwo, Fabien Vitali

Zeit und Ort: Rote Flora, Schulterblatt, Hamburg, 2. März, ab 20 Uhr
 

Am 2. März wird im ehemaligen Theater Rote Flora in Hamburg eine szenische Reflexion zu Pasolinis »Salò oder die 120 Tage von Sodom« aufgeführt.

Sie eröffnete vor gut zwei Jahren das Format F.A.Q.-Room im Schauspielhaus 2015. Eine überarbeitete Fassung davon wurde im Rahmen des internationalen Kongresses »Dialektik der Befreiung« im November 2017 im Odeon-Theater in Wien gezeigt.

Die Inszenierung stellt neben den Fragen über Macht, Ausnahmezustand, Gewalt und Faschismus auch jene nach der Überwältigung des Menschen in der heutigen Welt. Sind die globalen Kräfteverhältnisse festgefahren, ja unumkehrbar und sind somit nur mehr dystopische Zukunftsszenarien möglich?

Die szenische Reflexion wird begleitet von einer Auswahl beeindruckender Bilder aus der umfassenden fotografischen Sammlung von Deborah Beer, der Standfotografin auf dem Set von »Salò oder die 120 Tage von Sodom«.

Pasolinis letzter und auch unter künstlerischen Gesichtspunkten reifster Film wurde seit seiner Entstehung im Jahr 1975 zensiert, verstümmelt, verboten: Sadistische Großbürger inszenieren hier ein grausames Ritual. Sie nehmen junge Menschen gefangen und missbrauchen sie als Folter- und Lustobjekte. Pasolinis Diagnose: »Die Mächtigen sind immer Sadisten, und wer Macht erdulden muss, dessen Körper wird zur Sache, zur Ware.« 

Die Schauspielerinnen Catrin Striebeck und Ute Hannig zählen zu den bedeutenden Film- und Theaterschauspielerinnen der mittleren Generation in Deutschland.

Die Autorengruppe Angheleddu, Dellwo, Vitali beschäftigt sich seit Jahren mit dem Werk von Pasolini.

Gideon Bachmann, langjähriger Wegbegleiter von Pasolini, erklärte nach der Uraufführung dieser Reflexion im Schauspielhaus 2015, dass es der Autorengruppe gelungen ist, den Film »Saló oder die 120 Tage von Sodom« in seiner allegorischen Bedeutung zugänglich zu machen und ganz im Sinne von Pasolinis radikaler Gesellschaftskritik zu aktualisieren. 

Für Jugendliche unter 16 Jahren ist auf Grund der notwendigen Darstellung von Nacktheit und Gewalt der Zutritt zu dieser Aufführung nicht gestattet.

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